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Samstag, 1. Oktober 2022

Schlammvulkane von Berca - Spiru Haret

So habe ich mir meinen 1. Tag als Pensionär nicht vorgestellt, aber der Reihe nach.

Gestern Abend sind wir hier im Restaurant bei den Vulkanen noch essen gegangen. Wir waren die einzigen Gäste, der Parkplatz war bereits komplett leer

Kurz gesagt: Es war das bisher schlechteste Essen in Rumänien. Ich bekam ein totgebratenes Stück Schweinefleisch, mit dem man auch die Schuhe hätte besohlen können und dazu Pommes, die komplett matschig waren. C. hatte eine Bohnensuppe mit Fleischeinlage. Die Brühe war genießbar, aber alles was drinrum schwamm, war mehr oder weniger ungenießbar. Da haben sie einfach zum Schluss noch eine Handvoll Nudeln reingeworfen, die noch wie orignal aus der Packung schmeckten, nicht al dente, al knusprig. Mit dem halben Liter Wein machte das dann zusammen 10 Euro, aber selbst damit war es noch überzahlt.

Heute Morgen sind wir dann losgefahren und haben uns gleich gewundert, dass uns das Navi nicht die Teerstraße zurück nach Berca geschickt hat sondern hier auf diese Schotterpiste, die vom Parkplatz bei den Schlammvulkanen nach oben ins Gebirge führt. 
Es war zunächst ok, die Schotterpiste zwar schmal aber gut befahrbar.
Nach ca. 15 km kamen wir an ein weiteres Feld mit Schlammvulkanen. Da die Straße bis dahin schon recht abenteuerlich war, ist dieser Hügel absolut nicht erschlossen und außer uns war da auch niemand. 
Das Feld ist um einiges schöner als das, das wir gestern besucht haben. Vor allem sind die einzelnen Löcher wesentlich aktiver. Hier rauschte und blubberte es ununterbrochen, weshalb ihr jetzt noch einmal eine Blubb-Session bekommt.






Der Schlamm entsteht durch schwefel- und salzhaltige Gase, die aus ca. 3000 Metern Tiefe aufsteigen. Da das Gemisch nicht sehr vegetationsfreundlich ist, bleiben die Hügel kahl.



Die Straße führte dann steil nach oben und von dort hatte man eine schöne Aussicht ins Tal.
Wir kamen dann in eine Ortschaft und gleich am Ortseingang wollte unser Navi wieder nach links auf eine Schotterpiste abbiegen. Das sollte sich noch als verhängnisvoll erweisen.

Anfangs ging es ja ganz gut aber dann wurden die Wälder immer dichter und die Äste hingen immer tiefer.
Dazwischen kamen immer wieder gute Teilstücke über freies Feld, wo es allenfalls mal eine kurze Blockade durch Wildlife gab.

Dann wurde es richtig übel. Mehrmals musste ich rund 100 Meter durch die Waldstücke vorlaufen und die gröbsten Äste absägen bzw. abknicken.

Dabei wurde auch ganz klar, welches Teil nächstes Mal mit in den Urlaub darf, die hochwertige klappbare Handsäge, die zu Hause im Keller liegt.
Ich habe versucht, mir mit der Säge am Multitool zu behelfen, was sich aber bei dickeren Ästen als völlig unbrauchbar erwiesen hat. Dann kam dazu, dass hier alles, was links und rechts steht, Stacheln zwischen 1cm und 5 cm Länge hat. Irgendwann habe ich geblutet wie ein Schw... weil die Arme und die Hände komplett zerkratzt waren.
Umdrehen war auch keine Option, da wir schon etliche solcher Stücke hinter uns hatten und da nicht noch einmal durchfahren wollten.
Das ganze führte dann noch ca. 10km mehr oder weniger quer durch Felder, wo mit Sicherheit schon wochenlang niemand mehr gefahren ist, weil das Gras in den Wegmitte rund einen Meter hoch stand.
Warum gibt es dazu so wenig Bilder? Wie immer, wenn es stressig wird, sitzt C. ganz ruhig auf dem Beifahrersitz, knetet ihren Fotoapparat und stellt gleichzeitig das Fotografieren ein.
Aber irgendwann waren wir da dann durch. Ogli tat uns schon ziemlich leid, weil es zuvor dauernd irgendwelche Schläge ließ und man die Dornen außen mit einem Quietschgeräusch kratzen hörte.

Als wir dann wieder auf der Teerstraße waren, wurde es dafür recht langweilig. Die 203 in Richtung Constanza geht schnurgerade durch riesige landwirtschaftliche Anbaugebiete. Dazwischen kommt auch mal ein Ölförderfeld mit ganz vielen Pumpen aber zu sehen gibt es kaum was.
Wenn da mal in einem dorf eine hübsche Kirche kommt, ist das in der Walachei hier schon eine Sensation.
Gegen 15 Uhr sind wir an einem Kanal kurz vor Spiru Haret abgebogen und mal einen Kilometer den Damm entlanggefahren. An der 203 wollten wir nicht direkt neben der Straße stehen, weil man da kilometerweit sichtbar ist. Hier konnten wir uns hinter einer Baumgruppe verstecken und haben dann auch gesehen, dass Ogli die Walddurchfahrt doch nicht unbeschadet überstanden hat. Die rechte obere Begrenzungsleuchte ist gebrochen. (Ersatz ist bereits bestellt und sollte in den nächsten Tagen zu Hause ankommen) Vorerst muss halt Klebeband helfen.
Was jetzt noch dazu kommt ist die Temperatur.
Wir haben hier 31 Grad und es ist schwülwarm.

Mit diesen Temperaturen haben wir hier wirklich nicht gerechnet und brauchen dieses schwülwarme Wetter auch nicht.
Dazu fällt mir aber gerade ein, dass ihr zu Hause mal bitte etwas Gas sparen solltet. Wie wir gelesen haben moniert der Chef der Bundesnetzagentur, dass ihr gerade unsere Gasvorräte verbrennt. Jetzt gehen wir schon extra weg um unser Gas für den Winter aufzuheben und während wir weg sind, verheizt ihr das. Das geht ja mal gar nicht.
Jetzt stehen wir also hier, die Lampe ist wieder eingeklebt und morgen geht es dann weiter ins Donaudelta.
 

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