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Mittwoch, 26. Oktober 2022

Tepelena zum Cafe im Nirgendwo

Gestern Abend gab es eine richtig gute Pizza. Zusammen mit dem Stellplatz beim Lokal und einer Flasche Wein haben wir 27 Euro bezahlt.
Heute hatten wir dann wieder mal einen richtig aufregenden Tag, aber wie immer der Reihe nach.

Wir sind gegen 9 Uhr die 6 km zurück in Richtung griechische Grenze gefahren und dann nach links in Richtung Permët abgebogen.

Es war mit 12 Grad noch recht kühl und in der tiefen Schlucht, in der man da anfangs entlang fährt, kam die Sonne noch nicht an.


Hier an dem Kirchchen sieht man, wie sich die Sonne langsam ins Tal bewegt.
Vor Permët ging es dann links weg auf eine Schotterpiste in Richtung Ossum-Schlucht. Es ist die Route 18 aus dem Hobo-Reiseführer.
Anfänglich war die Straße noch ganz passabel und wir kamen recht gut voran. Unser Navi hat jedoch den ganzen Morgen über blöd gemacht und hat sich dauernd ausgeschaltet und neu gebootet. Irgendwie hat es die importierte Route wohl nicht richtig verdaut.
Im Ergebnis war das dann so, dass wir plötzlich einige Kilometer neben unserer Route waren und die Straße führte, soweit man das auf dem Navi sehen konnte, ins Nirgendwo. Eine Gegenkontrolle mit Google-Maps konnten wir nicht machen, da wir keine Internetverbindung hatten. Das ist uns letztes Mal mit der Karte von ONE-Telekom nie passiert, aber jetzt haben wir halt Vodafone.
Wir sind dann die üble Straße 4 km zurückgefahren und dann nach rechts abgebogen. Nun waren wir offensichtlich auf der richtigen Strecke.

Die Schotterpiste war schon recht ruppig und wir sind selten schneller als 20 km/h gefahren.

Landschaftlich war es ein Traum bei dem Wetter. Es ging immer weiter hoch ins Gebirge mit tollen Ausblicken.
Nur die Straße, die wurde eher schlechter.



Und dann hörten wir das vertraute Klacken an der Kabine, das wir in der Türkei schon mal gehört hatten.

Bei der Kontrolle habe ich festgestellt, dass sich die vordere rechte Kabinenbefestigung wieder gelockert hatte.

Ich habe die Schraube mit dem Silentgummi nachgezogen und sie wurde gefühlt auch wieder fest.

Nach weiteren 2 km steil bergauf habe ich noch einmal angehalten und siehe da, keine Schraube und kein Silentgummi mehr da und der Hilfsrahmen, der unter der Kabine liegt, schon komplett verschoben.

Ich also den ganzen Weg zurückgelatscht und, wie könnte es anders sein, die Schraube lag ganz unten ca. 100 Meter nach der Stelle, an der ich sie nachgezogen hatte. Die hat es bei der nächsten Verwindung der Kabine, die hier ja dauernd erfolgt, einfach rausgerissen.

Bis ich die 2 km wieder den steilen Berg hochgelatscht war, war ich fix und alle.


C. hat dort derweils auf mich gewartet und die Zeit für eine hübsche Panoramaaufnahme genutzt.

Nun war guter Rat teuer. Die Schraube hält auf keinen Fall mehr. Ich wollte aber zumindest den Hilfsrahmen wieder ausrichten und so befestigen, dass er sich nicht komplett verschiebt. 

Jetzt habe ich ja alles an Elektrowerkzeug dabei, dass ich das komplette Auto neu verkabeln könnte aber mit robusten Schrauben sieht es leider mau aus. Die einzige Schraube, die ich nach längere Suche auftreiben konnte, war die Befestigungsschraube des Wagenhebers. Die habe ich nur entdeckt, weil ich mit dem Wagenheber die Kabine vorne nach oben gedrückt habe, um den Hilfsrahmen wieder in die richtige Position zu bringen.

Einige Unterlagscheiben und Muttern habe ich meinen Kisten zum Glück gefunden und so wird der Rahmen jetzt durch die Schraube des Wagenhebers an seiner Stelle fixiert und kann sich nicht mehr verschieben. Damit wir diese Schraube nicht wieder verlieren, habe ich mir am nächsten halbverfallenen Zaun, der an der Strecke kam, ein Stück Draht abgebrochen und die Schraube damit fixiert, dass sie auch in dem Fall, wenn die Mutter sich löst, nicht herausfallen kann.

Meine gerade abgeheilten Hände, die nach dem Heckenschnitt in Rumänien komplett vermacht waren, haben bei der Reparatur wieder eine kleine Auffrischung bekommen. Diverse Hautabschürfungen und was weiß ich, aber das ist jetzt halt so.
Wir sind dann ganz langsam weiter gefahren, da die Kabine durch die fehlende Schraube schon kräftig knarzt.

Wie man sieht, wurde die Straße auch nicht wirklich besser.



Einige Kilometer weiter kamen wir dann an dieses Cafe. Die Chefin stand an der Straße, winkte, und rief im Vorbeifahren, dass es hier Kaffee und kalte Getränke gibt.

Wir haben mal angehalten und ihr einen Besuch abgestattet. Sie war superfreundlich und hat uns das volle Restaurantprogramm angeboten.

Zuerst habe ich mal einen Kaffee und ein paar Krapfen bestellt, die unverzüglich frisch zubereitet wurden und heiß auf den Tisch kamen. Sehr lecker.

Zusammen mit einem Fanta und 2 Kaffee ergab das eine Rechnung von 4 Euro. Wir haben sie daraufhin gefragt, ob sie uns heute Abend auch was kochen würde, was sie sofort begeistert bestätigt hat. Es gibt irgendwelches Gemüse aus ihrem Garten und wir sind gespannt, was wir vorgesetzt bekommen,

Auf jeden Fall war nach dem Essensangebot klar, dass wir hier übernachten werden, Die restlichen 25km mit der losen Kabine können wir dann morgen ganz gemütlich nach unten rumpeln.

Ein weiterer Reparaturversuch dürfte auch nichts bringen, weil das Alublech an der Stelle einfach zu schwach dimensioniert ist und das Gewinde in dem 3mm-Alu die Belastung einfach nicht aushält. Da muss eine andere Lösung her, die ich bereits im Kopf habe, aber leider erst zu Hause realisieren kann.
 

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